Wer macht hier die Musik?
Ein Werbespot soll Werbung machen. Werbung für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung. So weit so gut. Wenn aber Musik für den Spot verwendet wird, dann kann es zu ganz unerwarteten Nebeneffekten kommen. Denn in der Geschichte der Werbung ist es bereits passiert, dass das beworbene Produkt zwar zu einem Flop wurde, die Musik aus dem Spot aber zu einem Hit.
In den meisten Fällen wird für Werbespots auf bereits bekannte Melodien oder Songs zurückgegriffen. “What a wonderful world” von Louis Armstrong zum Beispiel ist in den letzten Jahren mehr als einmal in Werbespots verwendet worden. Kein Wunder, das Lied ist weltbekannt und es hat eine wunderbare Botschaft. So ist zumindest schon mal der Sound im Spot vertraut, von anerkannt hoher Qualität und mit einem garantiert positiven Lebensgefühl besetzt. Aus diesem Song kann auch der beste Spot keinen Hit mehr machen, denn er ist ja sowieso schon ein Evergreen. Der Spot kann den Song aber in das Bewusstsein einer neuen Generation katapultieren und ihm so zu neuen Umsatzhochs verhelfen.
Ähnliches gilt auch für klassische Musik, wie sie derzeit besonders in der Autowerbung eingesetzt wird. Wo ein besonders schönes Autos durch eine besonders schöne Landschaft zu einem, na Sie wissen schon, Ausschnitt aus einer Sinfonie von Brahms fährt, da wird das Interesse des Zuschauers geweckt. Vielleicht nicht unbedingt an dem Fahrzeug, aber an der Musik. Auch so kann man die Einspielung einer neuen Gesamtaufnahme unterstützen.
Richtig fetzig wird es, wenn ein Stück eigens erst durch einen Werbespot berühmt wird und es über diesen Umweg in die Charts schafft. So geschehen in Großbritannien mit dem Weihnachtsspot für die Drogeriekette Boots und dem Song “Here come the girls”, mit dem wenig später die Sugarbabes einen Riesenhit landeten.